Wenn nicht wir, wer dann?

Das Kinder- und Jugend­haus ‘klecks´ der Evan­ge­lis­chen Kirchenge­meinde Hen­nef wurde als ‚Faires Jugend­haus‘ zer­ti­fiziert. Darüber berichtet Ulli Grünewald.

Was haben fair gehan­del­ter Kaf­fee und nach-haltige Schoko­lade mit Honig aus regionalem Anbau und Bio-Wass­er gemein­sam? All diese Pro­duk­te gibt es im Kinder- und Jugend­haus ‘klecks´ — im Jugend­café, bei Team­er­sitzun­gen und Gemein­de­festen. Ihnen allen liegt der Grundgedanke eines fairen und nach­haltig wertschätzen­den Miteinan­ders für Men­schen und Umwelt zu Grunde.

Fair­trade-Läden seit den 1950ern

Dabei ist das Fair­trade-Siegel nicht neu. Während in den USA bere­its Ende der 1950er Jahre der erste Fair-Trade-Laden eröffnet wurde, fasste die Idee und deren Umset­zung erst in den 90er Jahren in Europa Fuß. Heutzu­tage ist das Fair-Trade-Siegel weit ver­bre­it­et und vie-len ein Begriff. Neben fairen Pro­duk­ten wie Kaf­fee, Tee oder Schoko­lade gibt es ganze Kom­munen, die als Fair-Trade-Towns zer­ti­fi-ziert wur­den. Auch Schulen lassen im Unter­richt The­men wie gerecht­en Welthandel ein-fließen und wur­den zu Fair-Trade-Schools.

Die Evan­ge­lis­che Jugend im Rhein­land (EJiR) hat­te vor eini­gen Jahren Stan­dards für ein eigenes Label sowie eine Zer­ti­fizierung erar­beit­et. 2017 kon­nten die ersten Jugend­häuser mit dem Zer­ti­fikat „Faires Jugend­haus“ aus­ge-zeich­net wer­den. Dabei gel­ten ein­heitliche Grund­sätze, die Region­al­ität, Umwelt­be­wusst­sein und Wertschätzung sowie Her­stel­lung und Verkauf fair­er Pro­duk­te in den Fokus rück­en — kreativ­en Ideen zur Umset­zung von Aktio­nen oder Pro­jek­ten sind jedoch keine Gren­zen geset­zt. Den eige­nen Stil zu find­en, ist jed­er Jugen­dein­rich­tung selb­st überlassen.

Phan­tasie keine Gren­zen gesetzt

So lassen sich Work­shops zu fairen Tex­tilien und Kochevents zu veg­e­tarischen oder veg­a­nen Pro­duk­ten umset­zen, um das Zer­ti­fikat „Faires Jugend­haus“ zu erhal­ten. Wesentlich ist die Auseinan­der­set­zung mit gerecht­en und fairen Han­dels­beziehun­gen, mit nach­halti­gen, res-sourcenscho­nen­den Wirtschaft­skreis­läufen sowie der eige­nen Ver­ant­wortlichkeit im fairen Umgang miteinan­der sowie mit unser­er Umwelt. Denn wenn nicht wir als Kirche, wer dann soll sich für weltweite Gerechtigkeit ein­set­zen und die Schöp­fung bewahren?

Pro­jek­te, um Zer­ti­fikat zu erlangen

Wir haben 2017 das erste Mal von diesem Zer­ti­fikat gehört“, erk­lärte Heike Hybal­la. Mit ihrer Kol­le­gin Clau­dia Hei­der und einem Team aus ehre­namtlichen Mitar­bei­t­erIn­nen hat sie sich seit­dem inten­siv mit dem The­ma beschäftigt. 2018 fol­gte die offizielle Bewer­bung bei der EJiR — damit begann die „Beobach­tungs-phase“. „Wir mussten mehr als zwei konkrete Pro­jek­te zu einem fairen The­ma real­isieren und unsere Gedanken zu fairem Han­del nach außen tra­gen“, erläutert Hybal­la. Dabei galt es die sozialen Medi­en zu nutzen und über eigene Aktio­nen zu bericht­en, aber auch andere für diese The­matik zu sensibilisieren.

Heike Hybal­la ist dabei wichtig, dass sich die Kinder und Jugendlichen nicht nur bei ein oder zwei Großver­anstal­tun­gen mit diesen wichti­gen The­men auseinan­der­set­zen, son­dern dass sich so viel wie möglich im ganz nor­malen All­t­ag etablieren lässt. „Wir bieten Kaf­fee, Schoko­lade und Honig aus fairem Han­del an, acht­en bei Pro­duk­ten, die wir ver­wen­den, zudem auf Regionalität.“

So gibt es im Kinder- und Jugend­haus ‘klecks´ in der Deich­straße Fritz-Limo und Wass­er der Marke Con Agua. Dass Bio-Pro­duk­te teur­er sind, dessen sei man sich in der Kirchenge-meinde bewusst, sagt Hybal­la. „Wir haben eine Konzep­tion für die Kinder- und Jugen­dar­beit beschlossen, in der unser Schw­er­punkt auf Bio und Fair­trade liegt. Das ist unser Baustein für eine gerechtere Welt